Arbeiten im Urlaubsparadies

Posted on August 17, 2009 | Category: Privat | 1,695 Views

Rosenfelde

© mybenni.de - Campingplatz Rosenfelde 2009

Samstag - Einzug der Gladiatoren
Bereits am Samstag sind Felix und ich hier auf dem Campingplatz Rosenfelde angekommen und haben unser neues Domizil (siehe Foto) bezogen. Die Stimmung war super und das Wetter wurde immer besser, je näher wir an unserem Ziel ankamen. Für eine Woche tauschen wir nun also unseren festen Untergrund gegen einen Kasten auf Rädern - nun ja, Camping halt. Dennoch ist unser Wohnwagen recht schön, wir haben sogar einen festen Boden im Vorzelt! Es ist einfach eine schöne Abwechselung zum bisherigen Alltag von uns beiden. Den Campingplatz an sich kann man schon fast als luxuriös bezeichnen, da der Standard hier recht hoch gesetzt ist. Besonders die Lage ist eindrucksvoll. Den Strand fast direkt am Vorzelt zu haben ist schon super. Mit einem Fußball-, Volleyball- und Basketballfeld sowie zwei Trampolinanlagen bietet Rosenfelde großartige Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Zusätzlich gibt es für Kinder neben der Animation, die Felix und ich machen, noch zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten. In einem kleinen Wäldchen direkt am Platz zum Beispiel ein Spielplatz. So viel zu einer kurzen Beschreibung unseres Umfelds. Am Abend sind wir dann noch kurz den Plan für die kommende Woche durchgegangen. Wir freuen uns beide auf die Woche, nicht nur, weil das Animationsprogramm unsere Interessen trifft, sondern auch, weil wir beide zusammen einfach viel Spaß bei der Arbeit haben.

Sonntag - Die Kletterwand ist kein Segel
Unser erster Programmpunkt für den ersten Tag waren zwei altbekannte Spiele aus dem Schulsport: Brennball und Völkerball. Doch schon beim Aufbau kamen Zweifel auf, ob das denn alles so klappen würde und diese Zweifel hatten einen Namen: Wind. Das Völkerballfeld war auf Rasen abgeklebt. Wenn Felix sowas macht, dann hält es auch - komme was wolle! Auch der Wind konnte uns da noch nicht wirklich stören. Das Brennballfeld war auch schnell aufgebaut, ein paar Ringe und Matten bildeten die Laufstationen und ein Seil die Start- sowie Ziellinie. Um 11 Uhr ging es dann los. Die ersten Kinder kamen und das Spiel begann, damit aber auch die Probleme - wenn man es denn so nennen mag. Ich glaube jeder weiss, wie es ist, wenn man krampfhaft versucht mit Plastikbällen bei etwas Wind zu werfen. Das Ergebnis ist simpel: der Ball landet natürlich dort, wo kein Mensch steht - beim Brennball recht positiv, beim Völkerball nicht wirklich. Dennoch hatten die Kinder viel Spaß und wir eigentlich auch. Wie man sieht verfolgt einen die Schule auch, wenn man sie schon längst hinter sich gelassen hat, auch wenn es nur der Sportunterricht ist.

Rosenfelde

© mybenni.de - Campingplatz Rosenfelde 2009

Nach einer kleinen Mittagspause ging es dann an die Vorbereitungen für das Nachmittagsprogramm. Die Kletterwand sollte um 16 Uhr stehen und wiederholt ging uns beim Aufbau nur eines durch den Kopf: der Wind. Wie soll denn eine Kletterwand, bestehend aus einem Traversenrahmen und einer Plane, stehen bleiben, wenn der Wind sie als Segel benutzt. Es sei gesagt, dass mein Auto (siehe 1. Foto) als Gegengewicht auf der Bodenplatte stand. Naja, von stehen kann nicht direkt die Rede sein, aber wie heisst es so schön: der Versuch zählt! Nun denn, die Kletterwand wurde vorerst wieder runtergelassen und alternativ wurden schnellst möglichst Kegelbahn und Kicker aufgebaut. Nachdem wir dann unseren Kegelkönig gefunden hatten und der Kicker auch nicht so angesagt war, ging es mit einer Runde Football weiter. Zumindest das Werfen haben einige Kids irgendwann hinbekommen - mehr oder weniger. Als sich der Wind dann etwas legte, bekam die Kletterwand ihre zweite Chance. Trotz windigem Klettern in 8 Metern Höhe, wagten sich erstaunlich viele Kinder an die luftige Herausforderung, während Felix und ich unten standen und vor Angst zittertern, ob die Kletternwand dem Wind denn diesmal trotzen würde. Okay, Felix hat nebenbei auch noch gesichert, aber das war nun wirklich ausnahmsweise mal Nebensachen. Wobei es ja sowieso Routine war.

Rosenfelde

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Etwas verspätet, aber wir wollten die Kinder ja nicht einfach so stehen lassen, haben wir dann im Halbdunkeln abgebaut. Der Abbau lief super und wir waren zum Glück recht schnell fertig, da wir alsbald sowieso kaum noch die Hand vor Augen erkennen konnten, geschweigedenn irgendwelche kleinen Bolzen oder Splinte von den Traversen oder Schrauben von der Kegelbahn. Somit war der erste Tag vorbei und wir waren komischerweise total am Ende, obwohl wir eigentlicht weit aus anderes gewohnt sind.

Montag - Bauprojekt im Wald
Zusammen mit unserem Muskelkater im Gepäck machten sich Felix und ich zusammen mit der Leiterin des Campingplatzes auf den Weg, um weitere Vorbereitungen für die nächsten Tage zu tätigen. So fuhren wir die Route für die für Mittwoch geplante Nachtwanderung ab und besprachen das Rahmenprogramm dazu. Danach sammelten wir in Ruhe unsere Kräfte für das Bauprojekt am Nachmittag: eine Höhle im Wald. So trafen wir uns um 15 Uhr mit den Kindern im Wald und waren überrascht, wieviele scheinbar ihren Wohnwagen gegen eine Höhle eintauschen wollten. Schon als es darum ging, einen geeigneten Platz für die Höhle zu finden, waren alle begeistert dabei. Natürlich hatten wir schon eine Stelle ausgesucht gehabt, aber weiss, ob die Kids nicht vielleicht doch noch eine bessere Möglichkeit gefunden hätten. Mobil waren wir ja, Gott segne die Schubkarre! Als wir uns dann alle an der von Felix und mir angedachten Stelle - zugegeben, sie war die beste - versammelt hatten, begann das Bauvorhaben mit der Materialbeschaffung. Ich machte mich also mit einem Bündel Kinder auf die Suche nach geeigneten Ästen, Brettern und sonstigen brauchbaren Material. Als meine zahlreichen Helfer und ich zurück waren, hatte Felix mit seiner Truppe schon einen Innenraum geschaffen. Die Wände waren bald hochgezogen und die Höhle war von außen kaum noch sichtbar. Danach kam noch ein Dach oben drauf, damit auch das richtige Höhlen-Flair gegeben ist. Zum Schluss wurde der Boden noch mit Stroh ausgelegt und mit ein paar Baumstämmen war auch schnell eine gute Sitzmöglichkeit geschaffen.

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Gegen 17:30 Uhr war dann nach einer ausgiebigen Fotosession, unter anderem von einigen stolzen Eltern, das Bauvorhaben abgeschlossen. Der Abbau erübrigte sich hier ausnahmsweise mal, wäre irgendwie auch sinnfrei gewesen. Diese Arbeit werden in den nächsten Tagen wohl leider andere Leute übernehmen, so schade es für die Kinder auch ist. Und wenn unser Projekt nicht von ein paar dahergelaufenen Halbstarken zerstört wird, lässt sich unser neuer bester Freund, der Wind, bestimmt auch nicht zweimal bitten. Am Schluss unseres zweiten Arbeitstages haben wir dann noch einen kleinen Spaziergang gemacht, wobei klein bekanntlicherweise ein dehnbarer Begriff ist. Wir sind quasi die Route für die Nachtwanderung abgelaufen, die wir am Vormittag mit dem Auto erkundet hatten. Als Belohnung gab es für uns dann warmes Essen! Wir haben erfolgreich Nudeln mit Tomatensahnesoße gekocht.

Dienstag - Bingo Ingo, das Runde muss in das Eckige
Wie der Titel schon verlauten lässt, gab es ein wenig Frühsport, um die müden Camperbeine für den Tag fit zu machen. Auch wenn es überwiegend Kinder waren, die an unserem Fußballturnier teilnahmen, war doch der ein oder andere Vater “etwas früher vom Frühstückstisch aufgestanden”, um seinen Sohn aktiv oder passiv beim Tore schießen zu unterstützen. Irgendwie war es schon seltsam, dass wir ein reines Männerturnier hatten, da es doch ab und zu der Fall ist, dass auch die weibliche Partei mal gegen das Leder tritt. Wie dem auch sei, zumindest hatten ein paar Damen die Bänke am Spielfeldrand erobert und verfolgten das Geschehen. Recht schnell kristallisierten sich Hobby- und angehende Profispieler heraus, sodass man schon hätte Wetten auf die Torschützen platzieren können.

Rosenfelde

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Mit der Entscheidung bei drei Mannschaften jeden gegen jeden spielen zu lassen, sind wir zeitlich gut gefahren und so konnten auch etliche Spätaufsteher beim zweiten Turnier ihr Können unter Beweis stellen. Mit unseren Erkenntnisse aus dem ersten Turnier konnten wir die Mannschaften beim zweiten Mal noch besser zusammen stellen, sodass zum größten Teil noch spannender wurden. Darüberhinaus scheinen die Talente hier auf dem Campingplatz teilweise zu den Langschläfern zu gehören. Viele der “Neulinge” zeigten recht ansehnliches Fußball. Nichtsdestotrotz war es ein Spaßturnier, worauf einige ehrgeizige Spieler des Öfteren hingewiesen werden mussten. Der Job als Schiedsrichter war hier nicht gerade einfach, da man immer wieder abwiegen musste, ob man jetzt pfeifen sollte oder nicht. Dennoch ging alles relativ gut über die Bühne und soweit man erkennen konnte, hat es allen Beteiligten Spaß gemacht.

Rosenfelde

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Nachdem Felix eine halbe Stunde lang aus Peter Pan vorgelesen hatte, war um 19:30 Uhr die Gute Nacht Geschichte zu Ende und das eigentliche Abendprogramm begann. Ab 20 Uhr waren die Camper zum Bingo Abend eingeladen, um den ein oder anderen Preis abzustauben. Zwei Stunden lang spielten für uns erstaunlich viele junge und alte Camper um Schlüsselanhänger, Kinderspielzeug, Fußbälle und Gutscheine jeglicher Art. Alle hatten sehr viel Spaß an diesem Abend - denn mal ehrlich, wo gibt es heutzutage noch etwas umsonst? Aber auch wir hatten unseren Spaß beim Ziehen der Zahlen und der Moderation des Abends. Im Laufe der Zeit wurde es dann etwas frischer. Kein Wunder warum uns etwas kalt wurde, wir waren wohl die einzigen die um diese Uhrzeit noch in kurzer Hose und T-Shirt durch die Gegend liefen. Um 22 Uhr wurde dann kurzer Hand abgebaut, was beim Bingo nicht wirklich viel war und nach einem kurzen Imbiss war dann auch bald Zeit den Tag zu beenden.

Mittwoch - Robin Hood und die toten Fischer
Auf dem Animationsplan hatten wir zwar den Vormittag frei, doch die Zeit ging mehr oder weniger für die Vorbereitung der Nachtwanderung drauf. Man kann sagen, dass wir bisher für keinen anderen Programmpunkt so viel Aufwand betrieben haben und es vermutlich auch nicht mehr werden, da nichts Vergleichbares mehr auf den Plan steht. Direkt nach dem Frühstück wurde also der Hackenporsche (Anm. d. Red. mein Opel Corsa a) aus der Tiefgarage geholt und sämtliche Gewerbegebiete der Umgebung durchforstet. Zu unserer großen Verwunderung gab es nirgendwo Wachsfackeln! Praktiker, Penny, Lidl, Aldi, Schlecker, Woolworth und diverse Deko- sowie 1€-Läden brachten das selbe Ergebnis: nichts! Und als kleine Randnotiz sei gesagt, dass das nicht einmal alle Geschäfte waren. Zum Schluss mussten wir dann doch den Kompromiss eingehen und Fackeln mit Petroleumflaschen nehmen. Da wir gerade bei Penny waren und keine Lust mehr hatten, noch großartig wieder zu Lidl zu fahren, erledigten wir da auch unsere Lebensmitteleinkäufe.

Der Rückweg führte uns nicht direkt wieder zum Campingplatz, sondern zu dem von uns für die Nachtwanderung ausgesuchten Rastplatz. Das Aufstellen der Fackeln klappte zunächst nicht so wie wir uns das gedacht hatten, da der Boden etwas hart war und die leichten Bambusstäbe nicht allzu stabil waren. Aber wir konnten uns glücklich schätzen Felix und sein Improvisationstalent an Board zu haben. Kurzer Hand wurden 30cm lange Holzpfähle mit einer gut 20 Jahre alten Axt so gespitzt, dass man sie gut in den Boden hauen und so als stütze für die Fackeln benutzen konnte. Und wie befestigen wir die Fackeln nun an den Pfählen? Da kennt de Felix nichts! Er riss kurzer Hand die Plastiktüte vom Zündholz in Streifen und band die Fackeln damit an die Hölzer. Keine schlechte Idee oder? Nun gut, ein Steinkreis bildete die Umrandung für das Feuer und Holz lag auch genug bereit. Ein Blick auf die Uhr machte uns darauf aufmerksam, langsam zum Campingplatz zurück zu kehren, um die nächste Veranstaltung aufzubauen.

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Für 14:30 Uhr war Bogenschießen angesetzt. Der Aufbau dauerte nur ein paar Minuten und so konnten wir schonmal den ein oder anderen Probepfeil abfeuern, bevor die Masse angelaufen kam. Dass es einfacher aussieht als es wirklich ist, merkten die Meisten recht schnell. Dennoch waren besonders die Kinder motiviert, irgendwann zumindest mal die Zielscheibe zu treffen. Zwei Stunden schossen die Kinder begeistert um die Wette, während Felix und ich mit etwas anderem zu kämpfen hatten: der Sonne. Mit Cappy, Sun Blocker und Labello Sun traten wir mutig den Kampf gegen den Feind, der uns größenmäßig etwas überlegen war, an. Um 16:30 Uhr hatte Robin Hood dann Feierabend und Felix und ich noch genug für die Nachtwanderung vorzubereiten. Marshmallows und Brot, sowie Getränke wurden an der Feuerstelle abgeladen und die restlichen Vorbereitungen getroffen, sodass Felix um 19 Uhr, rechtzeitig zur Gute Nacht Geschichte, wieder zurück auf dem Campingplatz war. Danach fand die finale Besprechung für die Nachtwanderung statt, damit auch alles so klappte wie wir es geplant hatten. Mit Taschenlampe, Taschenmesser und Megafon bewaffnet machte ich mich früh auf den Weg, damit auch alles für die Gruppe bereit war. Um 21 Uhr war es dann soweit, Felix erzählte am Sammelpunkt eine kleine Geschichte, wie es sich eben für eine gruselige Nachtwanderung gehört. Vor allem von Felix ausgehend hatten wir uns am Nachmittag eine Geschichte über verschwundene Fischer ausgedacht, die auf der Suche nach neuen Seelen sind, damit sie nicht mehr alleine umhergeistern müssen. Mit einem lauten Tuten kündigten sie ihr Kommen an. Dafür hatte ich natürlich das Megafon im Gepäck. Ein paar Mal hinter einem Maisfeld versteckt getutet, machte ich mich auch direkt wieder auf den Weg, um das die Fackeln und das Feuer anzuzünden, sodass alles für die Wandertruppe bereit war. Bald darauf waren auch alle heil am Feuer angekommen und mit Speis und Trank hielt man sich eine gute halbe Stunde dort auf. Auf dem Rückweg, der ebenfalls eine gute halbe Stunde dauerte, wurde unsere Gruppe dann nochmal ordentlich erschreckt, was diesmal nicht von Felix und mir kam. So fand unsere Nachtwanderung am Campingplatz ein Ende und alle Familien waren froh, heil wieder angekommen zu sein.

Donnerstag - Vaseline, Gips und Beachvolleyball
Und wieder mal, so wie die letzten Tage auch, waren wir früh auf den Beinen. Diesmal allerdings mit einem Ziel: die Reste der Nachtwanderung beseitigen. Also direkt aus dem Wohnwagen quer durch den Vorzelt-Jungle ab in den Porsche, äh Hackenporsche, und zur Feuerstelle. Mein Weckversuch für Felix im Auto scheiterte, laute Musik verträgt der arme so früh noch nicht. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, konnte er es gar nicht erwarten, beim Aufräumen laut Musik zu hören. Wer soll aus dem bloß schlau werden? Naja, Felix halt! Das Aufräumen dauerte dann auch nicht länger als eine halbe Stunde, auch wenn wir alles im gemütlichen Halbschlafen erledigten. Zumindest danach waren wir dann richtig wach, immerhin ging es ans Frühstück. In der freien Zeit, die wir bis zur ersten Tagesveranstaltung hatten, machten wir eine kleine Runde über den Platz. Im Wald mussten wir leider feststellen, dass sich die Halbstarken wohl doch an unsere fünf Sterne Höhle getraut hatten und sie mehr oder minder hinüber war - schade drum. Genug getrauert, anderes Thema. Da das große Kinozelt mehr einer Sauna gleich kam als einem Aufenthaltsraum, mussten wie gezwungenermaßen in die Natur ausweichen, um unsere eingerosteten Tischtenniskünste aus dem Keller zu holen. Nach gut 20 Minuten verging uns aber wieder die Lust, da wieder mal ein alter Freund auf sich aufmerksam machte: der Wind. Aber was soll man machen, das ist halt der Kompromiss, den man eingehen muss, wenn man den Strand vor der Haus- bzw. Wohnwagentür hat.

Um 15 Uhr war dann auch wieder Ende mit Freizeit und die gelben Poloshirts mussten bei gefühlten 40° C im Schatten wieder angezogen werden. Gipsmasken machen stand auf dem Programm. Eine Aktion mit wenig Vorbereitung, aber umso mehr Nachbereitung, wie wir später feststellen mussten. Zwar überzogen wir mal wieder den Zeitplan, woran sich die meisten mittlerweile schon gewöhnt haben müssten, aber zumindest haben alle einen Gipsabdruck bekommen - egal ob Gesicht oder Hand. Eigentlich war ein Zeitfenster von zwei Stunden angesetzt, aber gegen 17:30 Uhr konnten wir dann doch langsam anfangen, die Tische und Bänk von Gips und Farbe zu befreien. Talentiert wie wir sind gelang es uns dann auch noch, eine kleine Essenpause einzuschieben, bevor es weiter ging.

Rosenfelde

© mybenni.de - Campingplatz Rosenfelde 2009

Beachvolleyball stand für das Abendprogramm auf den Plan. Eine der Aktionen, auf die sich Felix und ich besonders gefreut hatten, da wir sowas eigentlich nicht als Arbeiten ansehen, weil es uns einfach selbst so viel Spaß macht. Dennoch wurde unsere Freude etwas gedämpft, als wir feststellten, dass offenbar kein Erwachsener oder Jugendlicher Lust auf Beachvolleyball hatte. Die waren dann wohl alle bei der Gute Nacht Geschichte. Verständlich ist es ja, wollen wir mal nicht so sein! So haben wir dann nach ein paar nicht wirklich erfolgreichen Versuchen Volleyball zu spielen aufgegeben und uns den Rest der Zeit mit “Ball über die Schnur” vertrieben. Im Prinzip nichts anderes als Volleyball, auch wenn das jetzt glatt als Beleidigung für den guten Sport durchgehen würde, aber bedeutend einfacher für kleinere Kinder. Anstatt den Ball zu pritschen, baggern oder zu schmettern, fängt man ihn einfach, spielt dann bis zu dreimal ab und wirft den Ball wieder über die Schnur bzw. hier das Netz. So bleibt uns eigentlich nur die Hoffnung, dass am Samstag ein paar Erwachsene auftauchen, damit wir dem Namen Beachvolleyball auch gerecht werden. Ansonsten hatten wir schon den Gedanken, uns morgen ein paar Herausforderungen auf dem Platz zu suchen.

Den Sand vom Beachvolleyball wollten wir nicht unbedingt in die Duschen tragen, sondern irgendwo lassen, wo er besser aufgehoben ist. Also ging es um 20 Uhr ab ins Meer! Anfangs war es zwar etwas frisch, aber als wir erstmal im Wasser waren, war es doch einigermaßen auszuhalten. Lange wollten wir uns damit aber nicht aufhalten, denn der Abend war für uns ja noch nicht zuende. Als letzter persönlicher Tagespunkt stand für uns das Essen auf dem Programm. Warmes Essen und nicht selbst gekocht, das kann ja nur gut schmecken. Tatsache, das Schnitzel Wiener Art war sogar sehr gut! Und die Pommes dazu waren eigentlich auch ganz okay.

Freitag - Der freie Tage fällt ins Wasser
Das Glück ist wahrlich nicht auf unserer Seite. In den letzten Tagen haben wir uns des Öfteren dermaßen totgeschwitzt und waren froh, wenn wir mal nicht mit Shirts rumlaufen mussten und ausgerechnet an unserem freien Tag schlägt das Wetter um. So viel Pech kann man doch gar nicht haben! Naja okay, wir schon. Gestern noch auf einen schönen Strandtag gefreut, heute doch froh gewesen, nicht großartig draußen rumlaufen zu müssen. Dennoch wollten wir nicht den ganzen Tag im Vorzelt hocken, das werden wir ja nächste Woche noch genug. Zwar nicht im Vorzelt, aber zumindest drinnen - jedenfalls bei so einem Wetter. Gegen 12 Uhr bewegten wir uns dann mit Tischtennisequipment bewaffnet Richtung Veranstaltungszelt, um endlich mal die Gelegenheit zu nutzen, ein paar Bälle über die Platte zu jagen. Gut eine Stunde lang hatten wir dabei gut Spaß und waren zum Ende hin auch durchgeschwitzt genug. Danach wurde wieder der Hackenporsche aus der Garage gekramt und die nötige Ration an Essen für die letzten paar Tage eingekauft. Für den Rest des Tages blieb uns eigentlich nichts anderes übrig, als unseren Wohnwagen bzw. das Vorzelt zu bewachen. Hoffentlich wird das Wetter wieder besser.

Samstag - Der Failtag schlechthin
Wie die Überschrift schon sagt, war der Tag für uns nicht gerade das Gelbe vom Ei. Von morgens bis abends ging bei jedem Tun und Lassen irgendwas schief, warum weiss bis jetzt keiner von uns beiden. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn man wenigstens mitbekommen hätte, woran es lag, dass andauernd etwas schief lief. Naja, ändern konnten wir nichts, das Programm stand ja fest und musste durchgezogen werden. Aber auch ein Failday konnte uns davon nicht abhalten! So meisterten wir unsere Failstunden bis 10 Uhr, um dann mit dem Aufbau und den weiteren Vorbereitungen für unser Piratenfest anzufangen. Felix und sein Improvisationstalent, Kapitel 2: “wir haben ja noch die Traversen von der Kletterwand”. Daraus wurde dann kurzer Hand ein Simulator für das Entern von anderen Schiffen gebastelt, denn das muss ein richtiger Pirat ja können. Unsere Enterübung war dann auch gleich mal das Highlight des Piratentests und somit war die Frage, wer von den 40 Kindern denn nochmal schwingen möchte, hinfällig.

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Neben einer Zielübung stand dann auch das Piratenduell auf der Planke statt. Zur Sicherheit haben wir vorher die Säbel gegen Kissen und die Planke gegen eine Bank ausgetauscht, man weiss ja nie. Wie man Kanonenkugeln hin und her wirft, wollte dann kaum noch ein Pirat üben, aber die Prüfung musste ja komplettiert werden, damit sich ein jeder auch “Pirat” schimpfen konnte. Als Belohnung für die bestandene Prüfung durften unsere Jungpiraten ihre Kopftücher und Augenklappen behalten. Das Ende krönten wir dann, wie könnte es auch anders sein, mit einer traditionellen Schatzsuche, die mal eben über den halben Campingplatz samt Strand führte. Egal, die Crew war glücklich über den Schatz!

Der Abbau des Piratenfestes war nur der Anfang in dieser Kategorie, denn anschließend ging es an den Abbau des Animationszelts. Sogut wie alles, was die Animateure in den Wochen vor uns und auch wir teilweise noch benutzt hatten, musste in einem Anhänger verstaut werden. Das Zelt war gerade abgebaut und alles lag für kurze Zeit unter freiem Himmel, da wir uns den Kram erst einmal aus den Füßen schaffen wollten. Wie könnte es an unserem Failtag auch anders sein? Natürlich ließ sich das Wetter nicht zweimal bitten, die Wolken öffneten also mal kurz die Luken. Warum auch nicht? Ich mein, es ist ja nur gutes Wetter, wenn wir mal gerade kein Programm haben. Ob die Wolken unseren Animationszettel gelesen haben? Oft schien es wirklich so, denn ein besseres Timing gab es einfach nicht! Toll, alles nass, was tagelang trocken gewesen war. Aber was sollten wir machen? Wir wollten ja auch nicht alles noch am Sonntag machen müssen. Irgendwann wurden unsere Gebete erhört und der Regen ließ nach, sodass wir rechtzeitig zum Beachvolleyball fertig waren. Mit dem festen Vorhaben, sich beim Beachvolleyball nicht dreckig zu machen, starteten wir das Abendprogramm um 18:30 Uhr. Natürlich kam alles anderes! Ála “und täglich grüßt der Failday” hatten wir natürlich schnell das halbe Beachvolleyballfeld am Körper. Das ließ sich dann prima als Ausrede dafür nutzen, warum wir um 20 Uhr nochmal ins Meer mussten.

Sonntag - einfaches Programm am letzten Tag
Die Möglichkeit, am letzten Tag das erste und gleichzeitig auch letzte Mal auszuschlafen, wurde genutzt! Naja, zumindest von mir, denn Felix war schon wieder seit xyz Uhr wach, wie immer halt. Aber direkt nach dem Frühstück ging es dann mit dem Aus- und Aufräumen von Wohnwagen Nr. 2 los, unserem Mietwohnwagen. Zuerst wurde alles rausgeräumt und dann weiter in mein Auto, sodass ich froh war, noch genug Platz zum Fahren zu haben. Die Arbeitsteilung war gut, während ich das Spülen zugeteilt bekam, ging das Saugen an Felix. Wohnwagen inklusive Vorzelt, sowie Geschirr waren schlussendlich sauberer als je zuvor! Erneut bewiesen wir unser perfektes Zeitgefühl: 10 Minuten bevor wir mit dem Aufbau der Riesenrutsche beginnen wollten, waren wir mit dem Saubermachen und Sachen einpacken fertig. Der Rest war eigentlich nur noch Routine: Riesenrutsche aus dem Anhänger, ausrollen, aufpusten, aufpassen!

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© mybenni.de - Campingplatz Rosenfelde 2009

Nach etwas mehr als 3 Stunden war dann auch unsere letzte Aktion zu Ende und der finale Abbau begann. Zugegeben, etwas schwer taten wir uns bei den paar Hundert Kilo schon. Aber mit vereinten letzten Kräften und ein wenig Hilfe war dann auch die Riesenrutsche verladen. Der im Vergleich dann recht leichte Kram wurde dahin gepackt, wo noch Platz war. Der wurde zwar mit der Zeit etwas Rar, da die Rutsche schon übermäßig viel brauchte, aber dennoch passte alles rein, was rein musste. Gegen 18:30 Uhr war es dann geschafft, wir waren fertig. Mit einer Stunde haben wir zwar etwas länger gebraucht, aber es ist vertretbar. Nach einer kurzen Reinigung und einem letzten Gespräch mit der Chefetage ging es dann endlich Richtung Heimat. Eine Woche Animationsarbeit, die im Vergleich zu sonstigen Arbeitsbereichen einem Urlaub gleicht, war vorüber.

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2 Responses to “Arbeiten im Urlaubsparadies”

  1. ReX Says:

    Wieviele Wörter sind das bitte?! So viel schreibt doch kein Mensch. Zumindest nicht über ein paar Tage. Aber eins muss ich dir lassen, rein Schreibstil rockt! geil zu lesen, musste oft schmunzeln ;)

  2. benni Says:

    3894 Wörter sind es ReX. Danke für das Feedback.

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