Posted on April 20, 2009 | Category: Internet | 750 Views
Holpriger Anfang
„Aller Anfang ist schwer“ lautet ein Sprichwort – mit dem Anfang von Google war es nicht anders. Die beiden Gründer Lawrence Edward Page und Sergei Brin lernten sich während ihrer Uni-Zeit kennen und entwickelten den Google-Vorläufer BackRub. Mit ihrem Konzept bissen die beiden Entwickler eine Zeit lang auf Granit, da kein Interessent gefunden werden konnte. Als sich Andreas von Bechtolsheim, seines Zeichens Informatiker und Unternehmer im High-Team-Zentrum Silicon Valley, in nur 10 Minuten überzeugen lies, war der erste Investor für das Projekt Google gefunden. Der Grundstein für ein erfolgreiches Unternehmen war also gelegt, mit einem guten Konzept und dem nötigen Kleingeld gingen die Page und Brin an die Arbeit.
Expandierung durch Übernahme
Ebenso lautet wohl das Firmenmotto des Internetkonzerns, denn genau so erreichte Google seinen heutigen Status. Ein jeder weiß, wenn man etwas braucht, dann kauft man es sich, sofern man denn die nötigen Finanzen dazu hat. Google Inc. hat diese Philosophie etwas ausgeweitet. Im Laufe der Jahre entwickelte Google so einige Projekte bzw. Programme neben der weltbekannten Suchmaschine. Eines der größten hierbei war das Programm Google Earth, mit dem es jedem Menschen möglich ist, sich die Erde und auch viele Orte im Detail aus dem Satelliten-Blick anzusehen. Bei der Entwicklung waren bestimmte Ressourcen von Nöten, die die Firma zum damaligen Zeitpunkt nicht besaß. Was nun? Die Vermutung liegt nahe, dass man die nötigen Ressourcen einfach bestellt, so wie es so gut wie jede Firma machen würde. Doch das wäre ja zu einfach gewesen für Google, deswegen kaufte man kurzer Hand eine 3D Grafik-Firma auf, um sich die Bestandteile anzueignen und das Projekt zu realisieren. Viele dieser Firmenübernahmen sind nicht besonders groß an die Glocke gehängt worden, eine allerdings schon und genau die werden Millionen Menschen im Kopf haben. Mit dem Kauf von YouTube machte Google 2006 erneut auf sich aufmerksam und setzte Zeichen in der Internet-Branche. Eine sinnvolle Strategie? Nun ja, wir wissen ja heute was Google auf diesem Weg erreicht hat.
Auf dem Weg zur nächsten Kasse
Stellt man sich ein tägliches Szenario im Supermarkt vor, so hat Google gerade die nächste Pizza in den Einkaufswagen geworfen und ist auf dem Weg zur Kasse – natürlich nur im übertragenen Sinne. Die Rede ist von dem in letzter Zeit sehr populären Kurznachrichten-Dienst Twitter. Das Unternehmen konnte seit seiner Gründung vor zwei Jahren einen enormen Wachstum verzeichnen und mittlerweile nutzen sehr viele Medien die Möglichkeit, schnell 140 Zeichen-Nachrichten online zu bringen ohne groß Aufwand betreiben zu müssen. Für Google würde sich Twitter auf jeden Fall als gute Investition erweisen, da der Twitter-Boom mit großer Wahrscheinlichkeit nicht morgen abbrechen wird. Wie tief die Firma hinter der Suchmaschine dafür in die Tasche greifen müsste, ist zur jetzigen Zeit noch unklar. Fest steht, dass Twitter bereits ein Angebot über 500 Millionen Dollar abgelehnt hat, welches von Facebook-Betreiber Mark Zuckerberg kam. Über so einen Betrag kann Google zwar nur müde lächeln, dennoch darf man gespannt sein, wie viele Nullen sie bereit sind für Twitter auszugeben. Gute Beziehungen bestehen zwischen den Unternehmen Google Inc. und Twitter auf jeden Fall, denn einer der Twitter-Mitgründer, Evan Williams, verkaufte vor einigen Jahren die Website blogger.com an Google.
Was kommt als nächstes?
Wenn man sich einmal vor Augen führt, wie Google Inc. angefangen hat und wo die Firma heute steht. Viele, die sich nicht so wirklich mit dem Thema beschäftigen, verbinden mit Google eventuell nur die Suchmaschine und vielleicht Google Earth. Weit gefehlt – hinter Google steckt viel mehr. Jüngste große Entwicklung aus dem Hause Google ist der eigene Internet Explorer namens Google Chrome. Ob diese Entwicklung nun ernsthaft in Konkurrenz zum Internet Explorer von Microsoft steht oder gar nur ansatzweise an Firefox ranreicht, sei dahingestellt. Bei dieser breiten Palette an Produkten, welche hier auf wikipedia.de nachzulesen ist, darf man sich doch mal die Frage stellen, was als nächstes kommt. Denkbar wäre ein Google OS, also ein eigenes Betriebssystem. Fakt ist, dass Google den Konkurrenzkampf mit Microsoft und Co keineswegs scheut, ihn vielleicht sogar liebt. Wie wäre es mit einem Google Notebook, angelehnt an die Geschäftsstruktur von Apple? Es dürfte wirklich schwer werden, einen ernsthaften Konkurrenzkampf mit Apple aufzunehmen, da der iPhone-Hersteller einfach eine Klasse für sich ist. Den Anfang hat Google mit seinem Handy allerdings schon gewagt. Man darf gespannt sein was als nächstes kommt, vielleicht ein Angebot für den Kauf von Apple? In der momentanen Finanzkrise wohl kaum denkbar und auch wenn in vielleicht fünf Jahren ein derartiges Angebot bei Apple auf den Schreibtisch flattert, würde es wohl auf den Papierkorb verzichten müssen und direkt im Aktenvernichter landen.
Alle Daten werden gespeichert
Es ist vielleicht einiger der wenigen, wenn nicht sogar der einzige negative Punkt in der Firmenpolitik von Google Inc., dass die Daten der Benutzer gespeichert werden. Sämtliche persönliche Daten, die Google durch seine Produkte erlangt, werden gespeichert. Da stellt man sich doch die Frage: Wozu das Ganze? Für Statistiken braucht man nicht Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Geburtsdatum, Geburtsort, Kleidergröße oder sonstige persönliche Details. Um Kunden anzurufen, via Post oder E-Mail zu befragen, ob sie mit ihrem Google-Produkt zufrieden sind? Wohl kaum! Einen einzigen Sinn hätten die Daten allerdings, denn sollte der doch recht unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Google Inc. pleite geht, so können sie sich mit Hilfe der persönlichen Daten ihrer Benutzer wieder Liquidität verschaffen. Dass persönliche Daten eigentlich nirgendwo sicher sind, haben der ehemalige Bahn-Chef Mehdorn und die Deutsche Telekom bereits tatkräftig unter Beweis gestellt.
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