Ein Plädoyer für den Journalismus

Posted on August 15, 2009 | Category: Film | 902 Views

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Eine Verschwörung als Grundlage
Das unter der Leitung von Kevin Macdonald entstandene Werk “State of Play - Stand der Dinge” befindet sich seit geraumer Zeit in den Kinos. Auf den ersten Blick ist der Plot ein ganz abgedroschener, eigentlich schon zu oft benutzter und somit theoretisch völlig uninteressant. Ein Thriller ohne Verschwörung oder zumindest ohne eine Verschwörungstheorie ist heutzutage sogut wie undenkbar - oder nicht? Zumindest der neuste Politthriller bedient sich erneut diesem Element, welches die nötige Spannung mit sich bringt und sich wie ein Faden von Anfang bis Ende durch den Film zieht. Doch einzig und allein eine Verschwörungstheorie auf höchster politischer Ebene macht einen Film doch nicht besonders oder? Nein, natürlich nicht. In “State of Play” geht es vielmehr darum, wie die Verwörung ans Licht kommt. Es ist nicht die Polizei, das FBI, die CSI oder irgendein Alleskönner-Super-Spezial-Agent alá James Bond oder Ethan Hunt, der die Bösewichte im Alleingang besiegt. Es ist die vierte Macht im Staate, die Medien.

Hoch lebe der Journalismus
Als altmodischer und erfahrener Journalist des Washington Globe geht Cal McCaffrey dem Alltagsgeschäft nach und recharchiert für seine Story über einen Doppelmord. Seine Kollegin Della Frye ist das genaue Gegenteil: jung und unerfahren. Sie will über einen angeblichen Selbstmord der Congress-Assistentin Sonia Baker berichten. Ein Generationenkonflikt ist unvermeidlich - ein weiteres Detail, das Macdonald eingebaut hat. Er ist ein Journalist der alten Schule, die Zeitung ist sein Leben. Sie ist eine Journalistin der Zukunft, das Internet ist ihr Arbeitsplatz. So geraten die beiden beim ersten Aufeinandertreffen direkt aneinander, wen wunderts. Dennoch überschneiden sich ihre Storys und sie beginnen gezwungenermaßen zusammenzuarbeiten - die Schöne und das Biest, ein perfektes Duo. Mit dem Ziel der Öffentlichkeit eine großartige Story zu liefern, gehen die beiden auf Informationsjagd. Schritt für Schritt kommen die beiden hinter eine politische Verschwörung, in die auch auch der Abgeordnete Stephen Collins, ein alter Freund von Cal, verwickelt ist. Sonia Baker war seine Assistentin und Fachreferendarin bei den Anhörungen gegen das private Sicherheitsunternehmen PointCorp. Die Firma schickt ehemalige US-Soldaten in den Irak und nach Afghanistan, weiterhin kontrolliert sie diverse Tochterfirmen im Inland und macht dadurch ein Vermögen. Cal und Della decken die dunklen Machenschaften sowie den Zusammenhang der Morde auf und veröffentlichen die Story.

Die Zeitungen sterben aus
Der Film zeigt, wie schwer die heutige Zeit für die gängigen Zeitungen ist. In “State of Play” hat der Washington Globe neue Gesellschafter für die nur der Gewinn zählt. Nur die Zahlen sind wichtig und nichts anderes, was Chefredakteurin Cameron Lynne immer wieder mehr als deutlich zum Ausdruck bringt. Der Online-Journalismus zieht im Globe ein, da die “Blogger und Blutsauger” um einiges billiger und anspruchsloser sind als die alten Hasen, die nichts anderes als die Druckerschwärze an ihren Fingern kennen. Macdonald zeigt mit seinem Meistermerk sehr schön die Disparitäten der Zeit an sich auf. Der Kontrast zwischen herkömmlichem Schreiben und dem Online-Journalismus wird dargestellt und das Web 2.0 wird indirekt kritisiert. Wer einfach nur etwas über den Alltag erfahren will, kann sich frei im World Wide Web bedienen und den “im Netz abgesonderten Dünnpfiff” lesen. McCaffrey macht als alteingesessener Redakteur deutlich, was hinter der Arbeit von herkömmlichen Zeitungsjournalisten steckt. Die klassische und gründliche Recherche hat oberste Priorität. Anders als bei den 5 Minuten-Blogs im Netz, wo meist der größte Schwachsinn zu lesen ist - jedenfalls im Film. Hier wird die Wichtigkeit und der Stellenwert der Zeitung heutzutage aufgezeigt. Ohne den herkömmlichen Journalismus, der stets der Wahrheitsfindung nachgeht, wird die Gesellschaft nur noch unrecharchierten und in die Tasten interpretierten Mist lesen.

Kino-Trailer: State of Play - Stand der Dinge (YouTube)
Zusammenfassung: State of Play - Stand der Dinge (Film-Zeit)

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5 Responses to “Ein Plädoyer für den Journalismus”

  1. ricky Says:

    da gebe ich dir recht, schöner beitrag benni! allerdings ist der text hier eher was für die, die den film schon gesehen haben. ansonsten sollte man zuerst die zusammenfassung lesen, damit man den inhalt ungefähr kennt. trotzdem wie gewohnt ein guter artikel!

  2. wimmi Says:

    good job benni!

  3. maden Says:

    Der Film ist wirklich sehenswert!

  4. Patty Says:

    Habe den Film im Kino gesehn und finde ihn auch recht gut. Das einzige was mich stutzig gemacht hat war das abrupte Ende. Das passte nicht wirklich.

  5. peach Says:

    gestern im kino gesehen, kann den film nur empfehlen!

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