Eine Legende kehrt zurück

Posted on Juli 30, 2009 | Category: Sport | 1,567 Views

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© The Cahier Archive - Michael Schumacher

Ein Youngstar startet durch
Egal in welches Auto er steigt, er ist immer vorne mit dabei. Bereits als 5-Jähriger fährt er der Konkurrenz mit dem eigens zusammengebauten Kart davon. Jenseits irgenwelcher Gedanken, irgendwann vielleicht einmal als Profi auf den Rennstrecken der Welt seine Runden zu drehen, hat Michael Schumacher einfach Spaß am Fahren und vor allem Talent. Das erkennt wenige Jahre später auch Willi Weber, der Schumacher einen F3-Wagen testfahren lässt, und heute große Worte über die damaligen Fähigkeiten des jungen Fahrers verliert. “Mit welcher Präzision, mit welcher Faszination, mit welchem spielerischen Handling er am Limit entlang gefahren ist. Es war einfach beigesternd”, weiss Weber zu berichten. Seine Begeisterung ist nicht grundlos, denn er hat ein Naturtalent entdeckt und will sich seinen Traum, die Formel 1, zusammen mit Schumacher erfüllen. Erste Erfolge lassen nicht lange auf sich warten, 1990 wird er Formel 3-Meister. Im selben Jahr noch wechselt Schumacher zum Mercedes Juniour Team, wo er als 21-jähriger Jungspund viel Erfahrung sammelt.

Die Chance zum Durchbruch
Durch die Gefängnisstrafe von Bertrand Gachot fehlt Jordan ein Fahrer und es bietet sich die Chance, die man sprichwörtlich nur einmal im Leben hat. Weber erkennt diese Möglichkeit und setzt alles daran, Schumacher in das freie Jordan-Cockpit zu bringen. Die Hartnäckigkeit Webers zahlt sich letztenendes aus und ermöglicht Schumacher den Einstieg in die Königsklasse des Rennsports. Doch die Glückssträne hält nicht lange genug, genauer gesagt nur 700 Rennmeter. Nach einem guten Qualifying startet Schumacher in seinem Formel 1-Debut von Platz 6. Ihm gelingt ein wahnsinniger Start, der ihn direkt auf Platz 4 befördert. Zwar beendet ein Kupplungsschaden sein erstes Rennen, bevor es überhaupt richtig angefangen hat, die Tore der Formel 1 haben sich ihm aber gerade erst geöffnet. So wird das Talent direkt von Flavio Briatore abgeworben und fährt von nun an für Benetton.

Die Erfolgstour beginnt
Bei Benetton sitzt Michael Schumacher in einem konkurrenzfähigen Auto und fährt direkt vorne mit. Ein deutscher Topfahrer in der Formel 1, das löst Rennsportbegeisterung in Deutschland aus. Unter Benetton feiert er seine ersten Erfolge und wird 1994 sogar Weltmeister. Bevor er 1996 zu Ferrari wechselt, holt er auch 1995 den WM-Titel und wird damit zum jüngsten Doppel-Weltmeister aller Zeiten. Bei den Roten läuft es anfangs nicht so gut wie es bei Benetton aufgehört hat. Es gibt niemanden, der immer nur Glück hat und so erwischt es auch Michael Schumacher nach dem Wechsel zu Ferrari auf dem kalten Fuß. Das Auto will nicht so wie er und fällt des Öfteren aus. Das lässt er nicht auf sich sitzen und geht der Sache höchst persönlich nach. Dank seiner KfZ-Ausbildung hat er Ahnung von der Materie und siehe da, er findet den Fehler. Zwar wurde das Auto bis auf die letzte Schraube auseinander genommen, aber der Fehler konnte korrigiert werden. Das erste Problem ist gelöst, die nächsten folgen auf den Fuß. Schumacher kann stets vorne mitfahren und ist Konkurrenz Nummer eins im Kampf um den Titel, dennoch kommt ihm immer wieder etwas dazwischen und er fliegt kurz vor dem Titel aus dem Rennen. Doch im fünften Jahr bei Ferrari endet die Pechsträne - jetzt beginnt die legendäre Zeit des Michael Schumacher. Ab der Jahrtausendwende ist er nicht mehr aufzuhalten und auf dem besten Weg, den bis dato besten Fahrer aller Zeiten, Ayrton Senna, zu übertrumpfen. “Er ist ein Kämpfer, er ist ein Ausnahmesportler, er hat ein Commitment wie kein anderer, er kann Rennen lesen, er kann Rennen vorhersagen… er kann eigentlich alles außer verlieren”, sagt Gerhard Berger über Schumacher - quasi ein Multitalent. Schumacher fährt ab dem Jahr 2000 besser denn je und der Siegeszug Ferrari rollt, ohne auch nur irgendwie gebremst zu werden. Fünf Fahrertitel in Folge holt das Ausnahmetalent aus Kerpen, eine unglaubliche Leistung, die seinesgleichen sucht, womöglich aber nie finden wird.

Der Rekordmeister in Person
Rekorde werden aufgestellt, um gebrochen zu werden - und genau das machte Michael Schumacher in seiner Karriere öfter als jemand anders. Niemand vor ihm konnte jemals 7 Weltmeister-Titel einfahren, Juan Fangio schaffte 5, dahinter liegt Alain Prost mit 4 WM-Siegen. Schumacher schaffte es 2002 in 11 von 17 Rennen die WM zu gewinnen - schnellster Weltmeister aller Zeiten. Mit 91 Grand-Prix-Siegen hat er soviele wie Prost und Senna zusammen und 2004 gewinnt er in einer Saison 13 Rennen, mehr als ein anderer Fahrer je zu vor. 76 schnellste Rennrunden krönen ihn zum König der Geschwindigkeit. Zudem ist er öfter von Platz 1 ins Rennen gegangen als Ayrton Senna, der mit 65 Pole-Positions schon einen ungeheuerlichen Rekord aufgestellt hatte. Dennoch hat es sich Schumacher nicht nehmen lassen und stellte diesen Rekord mit 68 Pole-Positions in den Schatten. Eine Übersicht aller Rekorde ist auf der hauseigenen Website zu finden.

Eine Ära geht zu Ende
Man soll ja bekanntlich dann aufhören, wenn es am besten ist. Doch was ein Michael Schumacher ist, den kümmert so ein Sprichwort nicht. Nach dem Pech im Jahr 2005 will er 2006 noch einmal angreifen - leider ohne Erfolg. Dennoch schenkt er allen Fans zum Abschied noch einen Sieg. In Monza 2006 gibt Michael Schumacher bekannt, dass er nach dieser Saison als aktiver Fahrer zurücktreten wird. “Irgendwann kommt ein Punkt, wo alles mal zu Ende geht und das wird am Ende dieses Jahres sein…”, sagt er in der Pressekonferenz nach dem Rennen. Ein Schock für alle Fans, der jedoch nicht komplett überraschend kommt. Schon länger kursierten Gerüchte über ein Karrierende. Doch was passiert jetzt mit der Formel 1? Jetzt wo Schumacher, derjenige, der den Rennsport geprägt und die Formel 1 auf ein neues Niveau gebracht hat, weg ist. Formel 1 ohne Schumacher, eigentlich kaum vorstellbar - dennoch existent. “Einen Mann wie Michael Schumacher, der weit über das schnelle Fahren hinaus, über die Materie hinaus die Details beherrscht, ist eine Ausnahmeerscheinung”, resümiert Berger die Schumi-Ära. Nun fahren alle nicht mehr gegen einen, sondern wieder gegeneinander.

Das Comeback 2009 - Fluch oder Segen?
Weg war er nie wirklich, denn einen Michael Schumacher kriegt man lebendig nie vom Motorsport weg. Er arbeitet als Berater und Testfahrer für Ferrari und ist dem Team so erhalten geblieben. Wie gestern bekannt wurde, wird er jetzt wieder für einen Grand-Prix in einen Formel 1-Wagen steigen. Zwar schloss er dies nach seinem Austieg aus, so bewegen ihn aber die besonderen Umstände wieder zurück ins Cockpit. “Die Formel 1 verändert sich ständig: die Technik, die Motoren, die Regeln, die Pisten. Wenn du einmal raus bist, bist du raus” - sagte er damals im Bezug auf ein Comeback. Nach dem schweren Unfall von Felipe Massa, der am vergangenen Rennwochenende bei rund 200 Km/h eine Feder gegen den Helm bekommen hat, fühlt sich Schumacher in der Pflicht, zum Einsatz bereit zu sein. Auf seiner Website schreibt er: “Ich habe mich heute Nachmittag mit Stefano Domenicali und Luca di Montezemolo besprochen und wir haben gemeinsam entschieden, dass ich mich darauf vorbereiten werde für Felipe einzuspringen. Obwohl das Thema Formel 1 für mich seit langem und komplett abgeschlossen war, kann ich aus Verbundenheit zum Team diese unglückliche Situation nicht ignorieren.” Am 23. August wird er für Massa beim beim Großen Preis von Europa in Valencia starten.

Die Freude der Schumacher-Fans dürfte in jedem Fall riesig sein, denn wer hätte wirklich gedacht, dass er noch einmal in der Formel 1 fahren wird. Diese Entscheidung wirft jedoch wieder viele Fragen auf. Zum einen stellt sich die berechtigte Frage, ob er nach seiner 3-jährigen Abstinenz noch mithalten kann, denn eine schlechte Vorstellung könnte seinem Ruf schaden. Zum anderen ist es fraglich, ob das der einzige Einsatz bleibt oder ob er mehrere Rennen bestreiten wird. Weiterhin ist unklar, ob es ein wirkliches Comeback wird und er eventuell in der nächsten Saison wieder in einem F1-Wagen sitzt oder ob wirklich nur aus Verbundenheit zum Team und Freundschaft zu Felipe Massa einspringt und die Liebe zur aktiven Formel 1 ad acta gelegt ist.

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2 Responses to “Eine Legende kehrt zurück”

  1. l1vingSter Says:

    Tja jetzt wohl doch kein Comeback was? Wirklich schade…

  2. peach Says:

    schade drum, das wär das comeback des jahrzehnts gewesen würde ich sagen

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